Sikawild soll es im Wildpark Völlinghausen künftig nicht mehr geben, so will es eine EU-Verordnung. Denn Sikawild ist im vergangenen Jahr gemeinsam mit 25 weiteren Pflanzen- und Tierarten in die sogenannte Unionsliste aufgenommen worden. Diese mittlerweile 114 Arten umfassende Liste beinhaltet invasive Arten, bei denen davon ausgegangen wird, dass sie die heimische Flora und Fauna negativ beeinflussen. Für sie gilt daher nach einer Übergangsfrist ein Haltungs- und Handelsverbot.
Aus diesem Grund waren der WDR und SAT1 bei uns im Wildpark, um das Sikawild, das bei uns im Gehege lebt, zu filmen und O-Töne zu diesem Thema aufzunehmen.
„Bei uns im Wildpark Völlinghausen halten wir seit 1972 Sikawild“, sagt Paul James, der sich im Wildpark um das Sika-, Rot- und Damwild kümmert. „Da sich alle drei Wildarten die Fläche im Gehege teilen, haben wir uns damals für die körperlich größte Unterart des Sikawildes entschieden, das Dybowskiwild, damit es neben dem kräftig gebauten Rotwild bestehen kann.“
Dass diese Tiere, die gut an ihrem Aalstrich, einem dunklen Strich entlang des Rückens zu erkennen sind, im Wildpark künftig nicht mehr gehalten werden dürfen, kann er nicht nachvollziehen. „Wir halten bei uns eine Tierart, von der es gerade mal rund 9000 Exemplare weltweit gibt“, so Paul James. Bürgermeister Wolf Blesken hat den Verantwortlichen des Wildparks daher zugesichert, sich an die zuständige Behörde zu wenden. „Wir werden versuchen, aufgrund der Ex-Situ-Erhaltung eine Ausnahmegenehmigung für den Wildpark zu erwirken oder zumindest zu erreichen, dass die Übergangsbestimmungen für nicht gewerbliche Besitzer angewendet werden, so dass die Tiere gehalten werden dürften, bis sie sterben.
Eine Vermischung der drei im Wildpark lebenden Wildarten, eine sogenannten Hybridisierung, die eine Gefahr für heimische Flora und Fauna darstellen kann, hat es in all den Jahren in Völlinghausen nicht gegeben. „Mir ist auch nicht bekannt, dass es so eine Hybridisierung schon einmal außerhalb unseres Geheges gegeben hat“, so Paul James. Das Team des Wildparks hofft daher darauf, dass das Dybowskiwild dem Wildpark erhalten bleibt.
